Medikamente aus Blutplasma - die Einsatzgebiete

Im Blutplasma sind über 100 Proteine enthalten. Sie werden für die Herstellung lebenswichtiger Medikamente genutzt. Diese kommen vor allem chronisch Kranken zugute und helfen, dass sie ein fast normales Leben führen.

Ben (30) hat Hämophilie B - Spendenaufruf zum Tag der Seltenen

Wussten Sie, dass 300 Millionen Menschen weltweit mit einer seltenen Erkrankung leben? „Selten“ sind dann gar nicht mehr so wenige. Um auf die besonderen Lebensumstände der Erkrankten aufmerksam zu machen, findet jedes Jahr am letzten Tag im Februar der internationale Tag der Seltenen Erkrankungen statt. Dieser hat es sich als eine globale Bewegung zur Aufgabe gemacht, diese Menschen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken.

Einer der Betroffenen ist der 30-jährige Ben Wolf aus der Nähe von Köln. Er leidet seit seiner Kindheit an einer schweren Art der Hämophilie B, die sogenannte Bluterkrankheit. Als Plasmaspender tragen Sie u. a. dazu bei, dass Ben mit seinen lebenswichtigen Medikamenten weiterhin versorgt werden kann. Mit seinem Video-Beitrag will der leidenschaftliche Gamer, der sein Hobby mittlerweile zum Beruf gemacht hat, Mut machen. Insbesondere jüngeren Betroffenen will er zeigen, wie man selbstbewusst mit der Krankheit umgehen und den Alltag meistern kann. Ben selbst engagiert sich neben seinem Job aktiv in der Interessengemeinschaft Hämophiler e.V. , einer Patientenorganisation für Hämophilie und seltene Gerinnungsstörungen.

Hämophilie

Ein wichtiges Einsatzgebiet von lebenswichtigen Medikamenten aus Plasma ist die Hämophilie. Bei dieser Erkrankung ist die Blutgerinnung gestört. Die Wunden der Betroffenen schließen sich wesentlich langsamer als bei gesunden Menschen. Zudem droht stets die Gefahr von Spontanblutungen und Einblutungen in die großen Gelenke. Dies kann eine Zerstörung der Gelenke zur Folge haben.
Menschen, die an Hämophilie leiden, benötigen die Gerinnungsfaktoren im Plasma. Diese werden ihnen ein Leben lang durch Medikamente zugeführt. Um die Behandlung eines Patienten für ein Jahr zu gewährleisten, bedarf es die Gerinnungsfaktoren aus durchschnittlich 1.200 Plasmaspenden [Zahlen PPTA Deutschland].

Weiterführende Informationen erhalten Sie bei der Deutschen Hämophiliegesellschaft.

60 Jahre bis zur Diagnose

Etwa 4 Millionen Kinder und Erwachsene in Deutschland leben mit einer seltenen Erkrankung. Viele von ihnen sind auf innovative Arzneimittel aus Blutplasma angewiesen. Der Leidensweg einer Vielzahl von Patienten ist lang, denn Diagnose und Verlauf laufen keineswegs so gradlinig ab, wie man es sich bei einer bekannten Krankheit vorstellt.
Dr. Ulrike Dettmer-Heiß weiß dies nur zu gut: Beinahe 60 Jahre lang wusste sie nicht, warum sie ständig mit Infekten zu kämpfen hatte und welche Krankheit sie so sehr an einem normalen Leben hinderte. Im Video verrät sie euch, wie sich ihre Krankheit bei ihr äußerte und warum sie dennoch nie der Mut verlassen hat.

Immundefekt

Es werden zudem Medikamente aus Plasma für die Behandlung von Immundefekten (Antikörpermangel) benötigt. Hierbei handelt es sich um eine Störung des Immunsystems, die angeboren oder erworben ist. Menschen mit einem Immundefekt haben keine oder nur sehr wenig Abwehrstoffe. Infektionen treten bei ihnen wesentlich häufiger, schwerer und länger auf als bei gesunden Menschen. Ein Immundefekt ist nicht heilbar.
Immunglobuline, die aus Plasma gewonnen werden, sind für Immundefekt-Patienten lebensnotwendig. Um einen Patienten wirksam zu behandeln, werden Immunglobuline aus 100 - 130 Plasmaspenden im Jahr benötigt und das ein Leben lang.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Deutschen Selbsthilfegruppe für angeborene Immundefekte.

Möchten Sie etwas über das Leben der Patienten erfahren? Wir haben hier einige Berichte für Sie zusammengetragen.

Der geilste Nebenjob der Welt Leben retten

Wollten Sie schon immer einmal wissen, bei wem Ihre Plasmaspende eigentlich ankommt? Wer die Menschen sind, denen Sie mit Ihrer Spende ein besseres Leben ermöglichen?

In diesem Fall ist es der Betroffene Christoph Mählmann, der dem Spender Julius von Erdmannsdorff sein herzliches Dankeschön ausspricht. Ein Meet & Greet zwischen Spender und Betroffenem ist immer ein ganz besonderes Ereignis. Christoph bringt es auf den Punkt: „Ohne dich könnte ich hier so nicht stehen!“

Intensiv- und Notfallmedizin

Medikamente aus Blutplasma kommen in der Intensiv- und Notfallmedizin zum Einsatz. Schwer verletzte Menschen erhalten damit eine wirkungsvolle Therapie, um den Kreislauf zu stabilisieren und vor einem lebensbedrohlichen Schock zu schützen. Hierfür wird z.B. Albumin aus dem Plasma verwendet. Ebenso werden Albumin und IgM-haltige Immunglobuline gegeben, um das Überleben von Patienten mit schweren bakteriellen Infektionen zu sichern.
Jeder Mensch kann irgendwann auf Medikamente aus Blutplasma angewiesen sein. Opfer von schweren Unfällen oder Verbrennungen können dank dieser Medikamente schneller zum Alltag und ihren Familien zurückkehren.

Was passiert mit meinem Plasma?

Wir sind unseren zahlreichen Spendern sehr dankbar für Ihre Plasmaspenden. Damit kann vielen Menschen, die Medikamente aus Plasma benötigen, geholfen werden.

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, was mit Ihrem Plasma nach der Spende passiert? Sehen Sie sich hier einen Fernsehbeitrag des rheinmaintv an. Der Vorstandsvorsitzende der Biotest AG steht Rede und Antwort und die Biotest AG öffnet ihre Türen.

Aktuelles

Kontakt